„Wir haben uns am Ende selbst geschlagen“, lautete am Sonntagabend um kurz vor 18 Uhr die Bilanz von Lance Heron. Der Headcoach der Brilon Lumberjacks hätte sein Team im letzten Spiel dieser Saison, das gleichzeitig sein letztes an der Seitenlinie der Lumberjacks war, gern zu einem Sieg geführt. Doch zu viele Flüchtigkeitsfehler vereitelten seine Pläne.

Der weiteste Weg zu einem Auswärtsspiel stand für die Brilon Lumberjacks ganz zum Schluss der Spielzeit 2018 auf dem Programm: Gut 260 Kilometer liegen zwischen der Heimat der Holzfäller im Hochsauerland und Kleve am Niederrhein. Dieser Weg sollte sich wenigstens lohnen – das jedenfalls war der ambitionierte Plan vor dem Kickoff. Nachdem das Hinspiel im Juli in Brilon nur knapp verloren ging, sahen Headcoach Lance Heron und sein Team gute Chancen für eine Revanche. Doch gleich der Start misslang. Die gastgebenden Kleve Conquerors starteten offensiv und nutzten zwei Flüchtigkeitsfehler in der anfänglichen Nervosität der Briloner. Zwei Touchdowns mit insgesamt drei Extrapunkten brachte Kleve schnell – zu schnell – mit 15 : 0 in Führung.

Erst Mitte des zweiten Viertels fanden die Lumberjacks ihre Konzentration und ließen ein bisschen von der Spielfreude erahnen, mit der sie vor einer Woche die Iserlohn Titans zu Hause mit 23 : 0 schlagen konnten. Kurz vor der Halbzeitpause erzielte Kicker Philip Wachsmann ein Fieldgoal und damit drei Punkte für die Lumberjacks.

Bis kurz vor Schluss war das Spiel dann ausgeglichen. Die Offense der Lumberjacks war nicht so sicher wie vor Wochenfrist, aber vor allem mit dem Laufspiel gelangen einige Raumgewinne. Die Defense machte – wie schon so oft in dieser Saison – gute Arbeit und ließ dem Gegner wenig Spielraum. Erst kurz vor dem Spielende konnten die Kleve Conquerors noch einen Pass der Lumberjacks abfangen und mit einem langen Lauf daraus einen Touchdown zum 21 : 3-Endstand machen. Wieder eine Unkonzentriertheit, die zum Punktgewinn für Kleve führte.

Für die Brilon Lumberjacks geht damit die zweite Saison zu Ende. Nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr, dem ersten im Ligabetrieb mit einer Bilanz von fünf Siegen und drei Niederlagen, brachte 2018 in der Landesliga ein wenig Ernüchterung. Sieben Niederlagen steht nur der Heimsieg Ende September gegen Iserlohn gegenüber. „Im Winter müssen die Spieler viel trainieren, um 2019 mithalten zu können“, prognostiziert Lance Heron. Der Headcoach wird nun, wie geplant, nach einer Saison an der Seitenlinie der Briloner in seine Heimat Kanada zurückkehren. Absteigen werden die Lumberjacks nicht, denn die Ligen werden wegen der großen Zahl neuer Vereine neu geordnet.

Für zwei erfahrene Spieler, die den Verein mit aufgebaut haben, war die Partie in Kleve das letzte Spiel ihrer Karriere. Axel Hoepfner und Torsten Böhm verabschieden sich aus dem aktiven Spielbetrieb. Neben ihren Aufgaben im Trainerstab der Lumberjacks wollen sie sich zukünftig verstärkt der Arbeit im Vorstand des noch jungen Vereins widmen.