Das Ergebnis spricht eine eindeutige Sprache. Mit 47 : 2 haben die Brilon Lumberjacks am Sonntag ihr letztes Spiel dieser Saison gegen die Lippstadt Eagles deutlich verloren. Doch man muss ein bisschen genauer hinschauen, um diese Niederlage richtig einordnen und eine Bilanz nach der ersten Saison der American Footballer aus dem Hochsauerland in der NRW-Liga ziehen zu können.

Rund 150 Fans der Lumberjacks waren nach Anröchte-Berge gekommen, wo die Lippstadt Eagles ihre Heimspiele austragen. Ihnen standen rund 200 Anhänger der Eagles gegenüber. Die Atmosphäre war also zumindest fast wie bei den vergangenen vier Heimspielen der Lumberjacks an der Jakobuslinde in Brilon. Der Spielverlauf war es nicht.

Denn die „Holzfäller“ fanden in der Verteidigung kein Mittel gegen den laufstarken Angriff der Lippstädter. Auf der anderen Seite kam die Offense der Lumberjacks der Endzone der Eagles nie gefährlich nah. Lippstadt schaffte sieben Touchdowns, fünf davon mit anschließendem Extrapunkt. Erst im letzten Viertel gelang der Briloner Defense kurz vor Schluss ein Safety, das immerhin noch zwei Punkte brachte. Dabei wird der ballführende Spieler des gegnerischen Teams in dessen Endzone zu Fall gebracht.

Diskussion um Spieler aus den USA

Die Eagles präsentierten sich komplett anders als beim Hinspiel im Juni in Brilon, das die Lumberjacks mit 18 : 16 gewannen. Das lag vor allem an zwei Spielern aus den USA, die dort auf den Sprung in die Profiliga NFL gehofft hatten, aber nun letztendlich in Europa Fuß zu fassen versuchen. „Du weißt schon, dass das hier die siebte Liga ist?“ rief ein Briloner Spieler dem Eagle mit der Rückennummer 1, Devonta Gilmore, scherzhaft-resignierend zu. Was dieser – wenn es denn am Spielfeldrand richtig zu verstehen war – mit einem hier nicht zitierfähigen Ausruf quittierte, der mit dem Buchstaben F beginnt.

Auch am Rande des Spielfeldes wurde über die unerwartete Verstärkung der Lippstadt Eagles diskutiert. „Die NRW-Liga ist eine Aufbauliga für kleine Nachwuchsmannschaften“, sagte Axel Hoepfner, Headcoach der Brilon Lumberjacks, nach dem Spiel. „Ob es sinnvoll ist, dass hier semi-professionelle Spieler aus den USA zum Einsatz kommen, sollten wir mit dem Verband diskutieren.“ Natürlich kann andererseits niemand den Beweis erbringen, dass die Lumberjacks das Spiel unter anderen Voraussetzungen gewonnen hätten.

Großartige erste Saison der Briloner

Welchen Tabellenplatz die Brilon Lumberjacks am Ende belegen werden, entscheidet sich erst am kommenden Samstag, dem 7. Oktober, im Nachholspiel der Iserlohn Titans gegen die Lippstadt Eagles. Dann geht es für die Lumberjacks ohne eigenes Zutun um Platz zwei oder drei. Der erste Platz und damit der Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse ist nach der Niederlage am Sonntag jedoch nicht mehr möglich.

Als sich der Frust gelegt hatte, überwog schnell wieder die Freude über eine großartige erste Saison. Anfang vergangenen Jahres erst gegründet, präsentierten sich die Brilon Lumberjacks als starkes Team mit deutlichem Aufwärtstrend im Saisonverlauf. Fünf Siege stehen nur drei Niederlagen gegenüber. Alle vier Heimspiele auf dem Kunstrasenplatz an der Jakobuslinde konnten die Lumberjacks für sich entscheiden.

Dass dabei jeweils rund 500 Zuschauer American Football sehen wollten und dass die Fans ihr Team inzwischen auch zahlreich zu Auswärtsspielen begleiten, zeigt, dass diese neue Sportart im Hochsauerland angekommen ist. Auch Politiker wie Brilons Bürgermeister Christof Bartsch und die Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg und Dirk Wiese unterstützten die Lumberjacks vom Spielfeldrand aus.

Im Oktober verlegen die Footballer ihr Training wieder in die Halle. Dann beginnt bereits die Vorbereitung auf die Saison 2018. Nach der erfolgreichen ersten Saison wird die Messlatte hoch liegen. Und die Gegner werden wissen, dass sie es mit ernsthafter Konkurrenz zu tun haben. Wer Interesse hat, bei den Lumberjacks mitzumachen, ist jederzeit willkommen und kann über die Facebook-Seite des Vereins Kontakt aufnehmen.