Ihr erstes Spiel in der Landesliga hatten sich die Brilon Lumberjacks anders vorgestellt. Am Samstag verloren sie auswärts bei den Bocholt Rhinos mit 45 : 6. Dabei profitierten die Gastgeber vom Niederrhein vor allem von der Nervosität der Briloner in der ersten Spielhälfte. In der zweiten Halbzeit präsentierten sich die Lumberjacks deutlich besser, konnten die Niederlage aber nicht mehr abwenden.

Insgesamt gelangen den Bocholtern sieben Touchdowns, zwei davon mit Extrapunkt und einer sogar mit einer sogenannten Two-Point-Conversion, die zwei zusätzliche Punkte bringt. Zur Halbzeit stand es bereits 31 : 0 – ein Beleg dafür, dass die Brilon Lumberjacks nach der Pause besser ins Spiel kamen. Schon in der ersten Hälfte waren sie ein paar Mal in Reichweite der Bocholter Endzone. Nur konnten die Briloner diese Raumgewinne nicht in Punkte verwandeln. Manchmal waren es Unsicherheiten beim Passspiel, manchmal die gut stehende Bocholter Verteidigung, die unter anderem zu Beginn des zweiten Viertels einen Fieldgoal-Versuch der Lumberjacks abblockte. Mit ihrem in der Vergangenheit oft erfolgreichen Laufspiel fanden die Lumberjacks diesmal kaum einen Weg durch die gegnerische Defense.

„Die Bocholt Rhinos sind das Team mit der größeren Erfahrung. Das wurde in den ersten beiden Vierteln sehr deutlich“, bilanziert Lance Heron, Gastcoach der Brilon Lumberjacks aus Kanada. Gut zwei Wochen hat Heron im Sauerland verbracht und mit den Lumberjacks trainiert. Zum Abschluss seines Aufenthalts fuhr der erfahrene kanadische Coach mit nach Bocholt. „Wenn das Spiel läuft, kannst Du an der Seitenlinie nicht mehr viel machen“, erläutert er. „Dann liegt es in der Verantwortung der Spieler auf dem Platz.

Und die kamen in der zweiten Halbzeit deutlich besser in die Partie. Kurz vor Schluss sicherte sich Sven Gauseweg die Ehre, den ersten Touchdown und damit die ersten sechs Punkte für die Lumberjacks in dieser neuen Saison erzielt zu haben. In der Bocholter Endzone fing er einen weiten Pass sicher. „Für das Selbstbewusstsein des Teams ist es gut, dass am Ende keine Null im Ergebnis steht“, sagt Lance Heron.

Am Tag nach dem Spiel packte der Kanadier schon wieder den Koffer für die Heimreise. Haben die zwei Wochen Training mit den Lumberjacks Erfolge gebracht? „Wir haben in Ansätzen besser gespielt, als es das Ergebnis vermuten lässt“, fasst Heron zusammen. „In der zweiten Halbzeit stand die Verteidigung recht gut. Ich habe drei oder vier Dinge identifiziert, an denen das Team arbeiten muss. Das werde ich mit den Coaches besprechen. Die Lumberjacks können sich steigern und in dieser Saison gute Leistungen zeigen.“

Das nächste Spiel ist gleichzeitig das erste Heimspiel an der Jakobuslinde in Brilon. Am Pfingstsonntag, dem 20. Mai, erwarten die Lumberjacks dort die Lippstadt Eagles. Gegen sie spielten die Briloner bereits in der vergangenen Saison in der Aufbauliga NRW Ost. Die Bilanz damals: ein Heimsieg und eine Auswärtsniederlage.