Die Geschichte dieses ersten Heimspiels der Saison ist schnell erzählt. Mit 0 : 69 verloren die Brilon Lumberjacks am Pfingstsonntag gegen die starken Lippstadt Eagles. Die Niederlage war auch in dieser Höhe nicht unerwartet. Denn die Lippstadt Eagles traten mit einem Team an, in dem frühere GFL-2-Spieler (die GFL 2 ist die 2. Bundesliga des American Football) ebenso aktiv sind wie sogenannte Import-Spieler aus den USA, die dort fast Profiniveau hätten.

Natürlich hätten die Brilon Lumberjacks ihr erstes Spiel vor heimischem Publikum an der Jakobuslinde in Brilon gern gewonnen. Natürlich hätten sie gern der Auftaktniederlage in Bocholt vor drei Wochen einen Sieg folgen lassen. „Aber heute war nicht mehr drin“, bilanzierte Defense Coordinator Chris Weaver nach der Begegnung. Die Stärke der Lippstadt Eagles ist die eine Seite. „Auf der anderen Seite haben wir immer noch Schwächen, an denen wir arbeiten müssen.“

Vor allem im Briloner Angriff stockt derzeit noch der Motor. Auffallend war besonders, dass viele Pässe nicht ankamen oder von der Lippstädter Defense abgefangen werden konnten. Eine dieser sogenannten Interceptions führte in der zweiten Halbzeit sogar zu einem Touchdown für die Eagles. Geradezu symptomatisch für den Spielverlauf war der Beginn der zweiten Halbzeit: Nach dem Kickoff der Lumberjacks schnappte sich ein Lippstädter Spieler den Ball und trug den Kickoff-Return fast über das ganze Spielfeld in die Briloner Endzone – Touchdown.

Drei Touchdowns, vier Touchdowns mit Extrapunkt, zwei Touchdowns mit Two-Point-Conversion (ein Spielzug, der zwei Extrapunkte bringt), ein Field Goal und zwei Safeties, bei denen die Verteidigung der Lippstadt Eagles den Ball in der Endzone der angreifenden Briloner sichern konnte – diese Bilanz spricht für sich und lässt kaum erahnen, dass die Verteidigung der Brilon Lumberjacks trotzdem noch eine recht gute Leistung zeigte. „Wir wissen, worauf wir aufbauen können, aber auch müssen“, sagt Defense Coordinator Chris Weaver.

Am 10. Juni müssen die Lumberjacks auswärts im Märkischen Sauerland gegen die Iserlohn Titans antreten. Dass die Titans zu schlagen sind, haben die Briloner beim Sauerland Bowl, einem Vorbereitungsturnier im April, gezeigt. Ein Sieg muss her, damit sich die Mannschaft aus dem Hochsauerland nicht nach dem dritten von acht Spielen mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen muss.